unsere

Geschichte

Die ›Akademische Verbindung Rheno-Colonia‹ wurde am 1. Februar 1871 als ›Akademischer Juristen-Verein zu Bonn‹ gegründet. Zu diesem Zwecke kamen 21 Mitglieder der juristischen Fakultät in der Gaststätte Ruland in Bonn zusammen. Zum ersten Vorsitzenden wurde Georg Leussing gewählt. Die Farben unserer Verbindung gehen auf einen Beschluss der allgemeinen Studentenverbindung aus dem Sommersemester 1871 zurück, wonach jede Korporation die Farben ihrer Fakultät zu tragen habe, bei der juristischen Fakultät eben: Gold-Rot-Gold.

Das erste Heim​

Im Jahre 1880 wurde das erste eigene Heim erbaut, und zwar an der Wachsbleiche Nr. 5 in Bonn. Es war die erste eigene Studentenkneipe in Bonn. Das Haus wurde 1909 komplett umgebaut, um für die sich ständig vergrößernde Verbindung genügend Platz zu schaffen.

Die Aktivitas des Wintersemesters 1880/1881​

Die Aktivitas wuchs in den ersten Jahren auf 13 Burschen an. Zu dieser Zeit unterhielten wir gute Kontakte zur »Bremer Gesellschaft in Freiburg« und dem Corps »Palatia« in Bonn. Von diesem Corps wurde dem Verein auch in vielen Ehrenhändeln Waffenschutz gegeben.

50. Stiftungsfest​

Obwohl im 1. Weltkrieg zwölf Bundesbrüder ihr Leben verloren, schuf der Rückstrom der Kriegsteilnehmer Semester von 14 bis zu 16 Aktiven. Die Studenten mussten sich wegen der Besetzung, des Ruhrkampfs und der Inflation vieler Probleme erwehren. Erst 1926 konnten die Burschen zurück auf ihr Haus und das erste sorgenfreie Semester erleben.

Namensänderung​

1930 wurde der Bund in ›Akademische Verbindung 1871 (vormals Akademischer Juristenverein)‹ umbenannt, weil Studenten anderer Fakultäten zum Teil Bedenken hatten, sich einer Verbindung anzuschließen, deren Name vermuten ließ, dass nur angehende Juristen erwünscht seien.

Der Beitritt zum Miltenberger Ring​​​

Nach langjährigen Bemühungen und Versuchen Anschluss an ein geeignetes Kartell mit ähnlich denkenden Verbindungen an anderen Studienorten zu bekommen, trat man schließlich im Jahre 1930 dem Miltenberger Ring bei. Der umfasste einschließlich der ›Akademischen Verbindung 1871 (vormals Akademischer Juristenverein)‹ zu dieser Zeit 8 Verbindungen. Seither ist unser Bund ununterbrochen Mitglied.

1933 bis 1945

Die Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 hatte große Auswirkungen auf die deutschen Korporationen und auch unsere Verbindung. So wurde u.a angeordnet, dass wir uns als ›Corps‹ zu bezeichnen haben. Die erneute Namensänderung in: ›Corps im MR Rheno Colonia (vorm. Akademischer Juristenverein) Bonn‹ war das Ergebnis. In den Folgejahren änderte sich das Verbindungsleben und wurde immer stärker beschränkt, ehe es in den Jahren 1936 und 1937 ganz zum Erliegen kam. Das Haus an der Wachsbleiche durfte nicht mehr für Veranstaltungen genutzt werden, so dass bald versucht wurde es zu verkaufen oder zu vermieten, was aber misslang. Im Jahr 1938 bot sich die Gelegenheit, unser Verbindungshaus zu behalten, falls es einer sogenannten Kameradschaft zur Verfügung gestellt würde. Die im Haus einquartierte Kameradschaft von Studierenden trug den Namen ›Gneisenau‹ und war dazu angehalten, die Traditionen unserer Verbindung zu pflegen und fortzuführen. Am 18 Oktober 1944 jedoch wurde das traditionsreiche Haus an der Wachsbleiche bei einem schweren Fliegerangriff auf die Bonner Innenstadt vollständig zerstört.

Neugründung nach dem 2. Weltkrieg​

Durch das große Engagement einzelner Alter Herren fanden sich viele Bundesbrüder in den Jahren 1947 bis 1950 zusammen und diskutierten ausführlich die Optionen für die Zukunft unseres Bundes. AH Grossmann konnte durch einen Aushang im Pädagogium in Godesberg einige junge Studenten zu mehreren gemütlichen Abenden einladen, bei denen er über die langjährige Tradition der Verbindung sprach. Das Interesse war geweckt und so kam es, dass am 23. Januar 1950 die erste Antrittskneipe nach dem Krieg mit zwölf Aktiven feierlich eröffnet werden konnte. Noch heute danken wir Bundesbrüdern, die in einer Zeit mit größten Herausforderungen den Mut fassten, unsere Verbindung neu aufzustellen.

Die Weichen werden neu gestellt …

Im Jahre 1952 wurde der Miltenberger Ring wiederbelebt. Unsere sowie 7 weitere Verbindugen traten ihm bei und erklärten sich mit den Prinzipien (nicht farbentragend, interkonfessionell und Lebensbundprinzip) einverstanden. 1955 drängte die Aktivitas den Hochschulort zu wechseln. Dafür sprach die große Anzahl an Alten Herren, die in Köln wohnte, sowie die Erlaubnis der Besatzungsmächte, die Verbindungen an der Kölner Universität wieder zuzulassen. Seit jenem Tag nennt sich die Aktivitas »Rheno-Colonia zu Köln« während die Altherrenschaft beim Traditionsnamen »Akademischer Juristenverein« blieb. Am 1. April 1955 konnten wir nun das (vorübergehende) Heim in der Zeppelinstraße 11 beziehen. Neben zwei durchgehenden Gemeinschaftsräumen bot die Etagenwohnung zwei Zimmer und eine Küche für Studenten.

Mit 100 wieder im eigenem Heim

Zwei Studentenzimmer in der Zeppelinstraße sind zu wenig für die wachsende Aktivitas. Außerdem wird bekannt, dass das Haus dem Bau einer Einkaufspassage weichen soll. Der Mietvertrag wird mehrfach gekündigt.

Am 10. Oktober 1969 informiert der AH-Vorsitzende die Mitglieder mit Eilbrief über den Kauf des Verbindungshauses Am Serviesberg 8. Mit nur wenigen Umbauten wird es in Betrieb genommen und die ersten Aktiven ziehen um und ein. Bei der offiziellen Einweihung im Mai 1970 sind alle Anwesenden überzeugt, dass der Bund zur 100-Jahr- Feier bestens aufgestellt ist.

1971-1981 Traditionen und Veränderungen​

Am 6. Februar begeht man das runde Jubiläum im Dom-Hotel. Auch das Sommerfest im Juni führt zahlreiche Bundesbrüder und ihre Damen zusammen. 101 Mitglieder zählt jetzt die Verbindung. Der in den 1960er Jahren entstehende gesellschaftliche Konflikt zwischen Kriegs- und Nachkriegsgeneration ist in der Verbindung zu beherrschen, weil man respektvoll und tolerant ist. Gleichwohl werden alte Traditionen in Frage gestellt und neue Formen des Miteinander auf Augenhöhe erprobt. Das seit 1970 von den Aktiven für die Alten Herren ausgerichtete Weihnachtsessen ist ein Beispiel dafür. 1976 wird unter Führung von AH Wolfgang Olberg der Hausverein Rheno-Colonia gegründet, um den Betrieb des Wohnheims von Verbindungssachen abzugrenzen.

1981-1991 Weiter und größer denken​

Unter den Aktiven herrscht Unsicherheit, wie bestimmte traditionelle Veranstaltungen durchgeführt werden, die den Alten Herren am Herzen liegen. In Fuxenstunden wird das nötige Know how vermittelt. Und es werden wieder Verbindungsfeste gefeiert, die den Namen verdienen. 1987 wird in Miltenberg das 750jährige Stadtjubiläum gefeiert. Die Wanderer bringen als besonderes Geschenk eine Grußbotschaft des Kölner Oberbürgermeisters mit. Ein Alter Herr, der beruflich mit Heraldik befasst ist, begutachtet 1989 das Wappen des Bundes und empfiehlt Änderungen. Das neue Verbindungswappen ist seitdem durch Eintrag in die sog. Wappenrolle rechtlich geschützt.

1991–2001 Start ins neue Jahrtausend​

1992 wird die Satzung von 1949 überarbeitet und an aktuelle Gegebenheiten (Sitz Köln, Vereinszweck, drei Vorstandsämter, Aufnahmekriterien) angepasst. 1995 ist der MWR aufgrund zäher Meinungsunterschiede zwischen den 20 Mitgliedsverbindungen nicht mehr handlungsfähig. Rheno-Colonia setzt sich für die Neugründung des Miltenberger Rings mit nur noch 7 Verbindungen ein. Am Serviesberg ist 1995 die Sanierung des Daches fällig. Zahlreiche Spenden stellen die Finanzierung sicher. 1998 wird die Küche saniert und neu eingerichtet. Höhepunkt der Festlichkeiten dieser Dekade ist das 125jährige Stiftungsfest, das in fröhlicher Runde und wie schon so oft auf dem Petersberg gefeiert wird.

2001–2011 Mehr Spielraum für Neues​

Bereits Ende der 1990er Jahre hatte die Altherrenschaft alle Verpflichtungen im Zusammenhang mit dem Kauf des Hauses am Serviesberg erfüllt. Beitrag und Spende sind so angepasst, dass man den Vorteil der steuerbegünstigten Spenden besser nutzen kann. Die Vorstände haben nun mehr Spielraum, um die Aktiven zu unterstützen und bisher zurückgestellte Projekte zum Erhalt der Attraktivität des Hauses anzugehen. Für den Umbau aller Sanitäreinrichtungen des Hauses 2002 ist zusätzlich ein Darlehen erforderlich. Wieder zeigen im Ruhestand befindliche Bundesbrüder, dass Engagement keine Frage des Alters, sondern eine Frage der Haltung ist. Auch Studentenverbindungen leben vom ehrenamtlichen Engagement.

2011–2021 Die Generationen wechseln ...​​

…, doch Bewährtes wird nicht untergehen. Die Verbindung zählt 2021 genau 66 Mitglieder. Und ausgerechnet im Jubiläumsjahr wird das Haus von einer Überschwemmung nach Starkregen heimgesucht. Die Schäden bleiben glücklicherweise überschaubar.

2021 ff. Die Verbindung Rheno-Colonia lebt weiter

…trotz Corona-Pandemie und dem dadurch beförderten Trend zur Digitalisierung bei der Vermittlung von Lehrinhalten. Gerade weil die Studierenden in einer Großstadt wie Köln nach adäquatem Anschluss suchen, fühlen wir uns weiterhin gefordert und verpflichtet, den neuen Studierendengenerationen auch zukünftig ein seit über 150 Jahren bewährtes Angebot zu machen, dessen Kernbotschaft lautet: Verbindungen schaden nur dem, der keine hat. Wer sich aktiv einbringen möchte, wer andere Meinungen respektieren kann, wer neugierig auf neue Freundschaften ist, wird von einer Mitgliedschaft in der Akademischen Verbindung Rheno-Colonia ein Leben lang profitieren.